Urbane Intervention am nördlichen Mainufer – Eisbahn

Ziel + Rahmen
Durch die Etablierung einer attraktiven Nutzung in der Innenstadt wurde beabsichtigt, den Weihnachtsmarkt um ein weiteres Angebot zu ergänzen, den Einzelhandel in der Winterzeit mit einem Anziehungspunkt zu unterstützen und die Erlebbarkeit des Straßenraums in einer zentralen Innenstadtlage auszubauen und untergenutzte Räume mit Leben zu füllen.
In direkter Lage am Main und dem historischen Museum sollte die Eisbahn an historische Momente des Schlittschuhlaufens auf dem gefrorenen Fluss anknüpfen und auch für Touristen eine bisher nicht dagewesene Möglichkeit bietet, die Stadt Frankfurt zu erleben.

Im Zeitraum von Freitag, 6.12.2019 bis zum Sonntag, 19.01.2020 war am Mainkai, gegenüber des Historischen Museums eine Eisbahn für die Frankfurterinnen und Frankfurter geöffnet.
Der Aufbau begann am 27.11.2019 und der Abbau endete pünktlich zum Flohmarkt der Managementgesellschaft für Hafen und Markt am Freitag den 24.01.2020.

Koordiniert, geplant und beantragt und wurde die Eisbahn von bb22 architekten + stadtplaner maheras, nowak, schulz, wilhelm partg mbB.
Geliefert und montiert wurde die Bahn durch die regionale ISS GmbH.
Betreiber von Eisbahn und Bewirtungsstand war der Frankfurter Gastronom Oliver Voss.
Der Anstoß für das Projekt gab das Planungsdezernat der Stadt Frankfurt.

Erfolge + Auswirkungen
Durch das Angebot Eisbahn wurde die gesperrte und bisher untergenutzte Straße tagsüber und besonders in den Abendstunden mit Leben gefüllt. Nicht nur Schlittschuhläuferinnen und -läufer nutzten das Angebot einer zentralen Eisfläche in der Innenstadt, sondern auch Passanten bleiben stehen, schauten zu, fieberten bei den ersten Schritten von unerfahrenen Eisläufern mit und kamen mit anderen Gästen ins Gespräch.
Unter den Nutzern waren viele internationale Gäste, die in Begleitung spontan die Möglichkeit wahrnahmen, eine Runde in die vorgewärmten Schlittschuhe über das Eis zu gleiten.
Von dem zentralen Angebot an der frischen Luft profitierten besonders Kinder und deren Eltern. Während dem Weihnachtsmarkt bot sich für die Kleinen eine altersgerechte Aktivität, die in den Ferien dankend angenommen wurde.
Mit der Nachbarschaft zur Eisbahn am historischen Museum ergab sich für das Museum die Gelegenheit, das historische Motiv vom Schlitt¬schuh¬lau¬fen aus der Sammlung mit gegenwärtigen Aktivitäten in Beziehung zu setzten. So wurde Frankfurter Geschichte vor Ort im Kleinen erlebbar.
Auch wenn sich das Projekt finanziell nicht gelohnt hat, so waren die glücklichen Gesichter und das empathische Beiwohnen von Passanten ein wertvoller und befriedender Erfolg.

Wie mit der Eisbahn beabsichtigt, konnte auf dem zuvor nur als „gesperrten Straße“ erschienen Mainkai ein Ort geschaffen werden, der vielen Besuchern und Passanten trotz der dunklen Jahreszeit als positiver Moment in Erinnern bleiben wird.

Darüber hinaus war die Eisbahn ein Anstoß zur grundsätzlichen Gestaltung und Aneignung des Straßenraums für die Frankfurterinnen und Frankfurter. Sinnbildlich dafür konnte das Material, das den Außenbereich für die Eisbahn bildete, nach dem Abbau einer neu geformten Anwohner-Initiative zur Verfügung gestellt werden. Mit den witterungsbeständigen Schalungsplatten wurden farbenfrohe „Pflanzkübel und Stehtische für die „Betonpoller““ an den Zufahrten zum Mainkai geschaffen. Auch über das Projekt hinaus wirkt das Projekt nun weiter positiv für Frankfurt.

Presseberichte:

Journal Frankfurt:
„Frankfurer Eisbahn öffnet heute“ vom 06.12.2019